Religionen für den Frieden

7.3.2019 15.19

Der finnische Botschafter für den interkulturellen und interreligiösen Dialog, Pekka Metso Botschafter Pekka Metso

”Die Konflikte in unserer Welt lassen sich nicht dauerhaft lösen, wenn die religiöse Dimension außer Acht gelassen wird”, sagt der finnische Botschafter für den interkulturellen und interreligiösen Dialog, Pekka Metso. Das finnische Außenministerium setzt seit vielen Jahren auf die Kompetenz von Religionsgemeinschaften in der Konfliktlösung.

In Finnland hat sich ein "Forum der Religionen" etabliert, in dem sich Vertreter*innen aus dem Islam, Judentum und Christentum für eine offene und gerechte Gesellschaft engagieren. Finnland bietet aber auch in vielen internationalen Konfliktsituationen eine Plattform für Verhandlungen. „Mindestens genauso so wichtig wie der Abschluss eines Friedensvertrages ist es, dass Vertrauen zwischen den Beteiligten auf allen Ebenen der Gesellschaft wachsen kann“, sagt Botschafter Metso. Nach seiner Erfahrung sind hierbei die religiösen und traditionellen Leiter*innen und Akteure wichtige Kooperationspartner*innen.

Pekka Metso hat sich auf Menschenrechtsfragen spezialisiert. Im Laufe der Jahre nahm er viele Aufgaben im finnischen Außenministerium wahr: bei den Ständigen Vertretungen Finnlands bei den Vereinten Nationen, als Leiter der Asien-Einheit und als Botschafter in Slowenien und Bosnien-Herzegowina. Diese Expertise fließt in seine jetzige Arbeit ein.

Mindestens genauso so wichtig wie der Abschluss eines Friedensvertrages ist es, dass Vertrauen zwischen den Beteiligten auf allen Ebenen der Gesellschaft wachsen kann.

Aufgrund der soliden Erfahrung in der Thematik hatte das deutsche Außenministerium die Finnen gebeten, im vergangenen Juni die Tagung "Friedensverantwortung der Religionen" in Berlin mit auszurichten. Schwerpunkt der Konferenz lag auf Asien. Insgesamt kamen Vertreter*innen von 70 verschiedenen Glaubensrichtungen zusammen, knüpften Kontakte und vereinbarten Kooperationen vor Ort.

Alle heiligen Schriften und Prinzipien bieten Ansätze zur Versöhnung.

Mit Religion können Konflikte auch geschürt werden. „Gefährlich aber ist auch ein Wertevakuum, in dem Extremismus Fuß fassen kann“, stellt Pekka Metso fest. „Alle heiligen Schriften und Prinzipien bieten Ansätze zur Versöhnung. Und jede religiöse Weltanschauung, die tolerant ist und andere respektiert, gibt ein Wertegerüst, das dem Frieden dienen kann.“

Text: Ritva Prinz
Foto: privat

Weitere Informationen:

Konferenz "Friedensverantwortung der Religionen"

The Network for Religious and Traditional Peacemakers

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